Mobiltelefonie und Zellstress als Hauptrisikofaktor für Krebs

Während sich die bisherige Sorge um mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung immer noch kontrovers diskutiert werden, jedoch sowohl die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die International Agency for Research on Cancer (IARC) die von den Endgeräten verursachte elektromagnetische Strahlung besonders beim Vieltelefonieren als “möglicherweise krebserregend” einstuft, bestätigt eine neue Studie israelischer Wissenschaftler nun diese Befürchtungen und offenbart ein bislang unbeachteten Krebsrisikofaktor.

Bei Untersuchungen über mögliche Verbindungen zwischen dem Gebrauch von Mobiltelefonen und Krebserkrankungsraten hat das Team um Dr. Yaniv Hamazany von der Tel Aviv University nach Hinweisen darauf im Speichel von Mobilfunknutzern gesucht, da die Endgeräte bei normalem Gebrauch (also ohne Headset oder Lautsprechfunktion) in der Nähe der Speicheldrüse gehalten werden. Die Vermutung der Forscher war, dass der Speichelinhalt weitere Informationen darüber liefern könne, ob eine krebserregende Komponente vorliegt.
Ein Vergleich des untersuchten Speichels von Vieltelefonierern mit dem von Personen, die gar kein Mobiltelefon nutzen, offenbarte denn auch tatsächlich Hinweise von stärkerem sogenannten oxidativen Stress im Speichel der Vieltelefonierer.

Bei oxidativem Stress handelt es sich um einen Prozess, der nahezu alle Aspekte der menschlichen Zelle inklusive der DNA durch die Erzeugung giftiger Peroxide und freier Radikale schädigt und der als einer der Hauptrisikofaktoren für Krebs gilt.

Wie die Forscher aktuell im Fachjournal “Antioxidants and Redox Signaling” (DOI: 10.1089/ars.2012.4751) berichten, untersuchten sie in ihrer Studie den Speichelinhalt von 20 Vieltelefonieren, also Personen, die pro Monat mindestens 8 Stunden (meist jedoch deutlich mehr, bis zu 40 Stunden) mit ihrem Handy telefonierten und verglichen diesen mit dem von tauben Personen die aufgrund dieses Umstands gar kein Mobiltelefon nutzen, sondern ihr Endgeräte ausschließlich für non-verbale Kommunikation (SMS und Internet) verwenden.

Hierbei zeigte sich bei der Gruppe der Vieltelefonierer ein signifikanter Anstieg an oxidativem Stresswerten im Speichel: “Dieses Ergebnis legt nahe, dass es einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss durch das dauerhafte Mobiltelefonieren auf oxidativem Stress in Gewebe und Drüsen gibt”, so die Forscher. Derartiger Stress gilt als Auslöser von zellulären und genetischen Mutationen die zur Entstehung von Tumoren führen können.

Damit spiegelt das Untersuchungsergebnis langjährigen Bedenken über die Aus-wirkungen von
Mobilfunkstrahlen, besonders jedoch der Effekte von nichtionisiereder elektromagnetischer Strahlung auf jenes menschliche Gewebe wider, das sich in der Nähe der meist am Ohr gehaltenen Endgeräte befindet.

Auch wenn die aktuellen Ergebnisse noch keinen eindeutigen Nachweis im Sinne von Ursache und Wirkung bezüglich einer Verbindung zwischen Mobiltelefonie und Krebs darstelle, so handele es sich doch um einen weiteren Glied einer langen Kette von Hinweisen und Beweisen dafür, dass Langzeitmobiltelefonie gesundheitsschädlich ist und zeige zugleich einen gänzlich neuen Weg für weitere Untersuchungen auf, so die Wissenschaftler abschließend. In weiteren Untersuchungen soll nun der Speichelgehalt von Personen vor dem Telefonieren für mehrere Minuten mit dem danach verglichen werden, um so Erkenntnisse über mögliche unmittelbare Auswirkungen zu erlangen.

Quelle: aftau.org/grenzwissenschaft-aktuell.de vom 30.07.2013

Zahnsensor petzt an den Arzt

Hat sich der Patient wirklich das Rauchen abgewöhnt? Hält er seine Diät ein? Ein Sensor, den der Proband im Mund trägt, soll den Arzt künftig darüber informieren.

Hat der Arzt verfügt, der Pahent solle weniger essen oder nicht mehr rauchen? In Zukunft kann er diese Anordnung einfach überwachen. Ein Sensor im Zahn des Patienten informiert ihn über die kleinen Sünden des Patienten.
Hao-Hua Chu und seine Kollegen von der Universität in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh haben einen kleinen Chip entwickelt, der an den dritten Zähnen oder an einer Zahnspange angebracht wird.
Auf dem Chip sitzt unter anderem ein Beschleunigungsmesser, der erkennt, wenn der Träger seinen Kiefer bewegt. Spätere Versionen könnten auch in eine Zahnfüllung oder in eine Zahnkrone integriert werden.

Per Funk werden die Kieferbewegungen an ein Smartphone übertragen, das sie dem Arzt weitermeIdet. Der soll natürlich nicht jede Mundbewegung mitbekommen – lange Gespräche dürften ihn weniger interessieren. Zu dem System gehört deshalb eine lernfällige Software, die erkennen soll, was der Kiefer gerade macht, ob die Bewgungen Sprechen, Kauen, Trinken, oder Husten bedeuten.

 

Strahlungen im Haushalt

Dass ausgerechnet Schnurlostelefone und Radio- sowie TV-Sender ganz hinten in der Besorgnistabelle rangieren, entbehrt einer sachlichen Grundlage. Denn für den Großteil der weiträumig vorhandenen elektromagnetischen Feldstärke zeichnen Radio- und Fernsehsender verantwortlich – sogar innerhalb der Wohnung. Dennoch wird das Gefährdungspotenzial als gering eingeschätzt – schließlich kennt man Radio und Fernsehen vom Kindesalter an.

DECT-Telefone strahlen ständig

Noch deutlicher wird die Kluft zwischen Realität und Risikoeinschätzung beim Schnurlostelefon. Wenn es eine besonders starke Quelle elektromagnetischer Felder innerhalb der Wohnung gibt, ist es das in den Augen des Bevölkerungsdurchschnitts so harmlose DECT-Telefon. Nicht nur, dass Basisstationen von DECT-Telefonen rund um die Uhr senden. Auch die im Handynetz seit Jahren übliche Leistungsregulierung zwischen Endgerät und Basis fehlt bei vielen Schnurlostelefonen. Während ein Handy bei bester Funkverbindung zur nächsten Basisstation seine Sendeleistung auf einen Bruchteil reduziert, senden viele Schnurlostelefone stur mit maximaler Leistung, selbst wenn der Besitzer unmittelbar neben der Basis steht und viel weniger Leistung ausreichen würde.
Insider kritisieren diese Missstände seit Jahren. Jüngst griff sie sogar das Bundesamt für Strahlenschutz auf: »Schnurlose Telefone strahlen unnötig«, betitelte die Behörde in Salzgitter im Januar 2006 in ungewöhnlicher Schärfe eine Veröffentlichung. Ihre Forderung: Die Industrie solle Geräte entwickeln, die nicht überflüssig permanent Signale aussenden und damit »Aspekte der Vorsorge und des Strahlenschutzes besser berücksichtigen«.

Feldmeßgeräte – Vergleich

Auf dem Markt gibt es mehrere Anbieter von Feldmeßgeräten zur Messung von elektrischen Feldstärken. Wir wurden des öfteren gefragt, wie gut – oder präziser – wie sieht es denn mit der Messgenauigkeit preiswerter Meßgeräte aus?

Da wir bisher hierzu keine Aussage treffen konnten haben wir in einem einfachen Versuchsaufbau einige marktübliche Meßgeräte gegenübergestellt. Die Kandidaten (in alphabetischer Reihenfolge der Hersteller) waren FM-6 von Fauser Elektronik, ME3030B von Gigahertz Solutions GmbH und DualField-1 von ROM-Elektronik GmbH.

Der Versuchsaufbau bestand aus zwei Metallplatten in einem Abstand von ca. 50 cm. Die Platten wurden an eine Wechselspannung von ca. 50 Volt angeschlossen. Nach der Formel: [latexpage]
\begin{equation} \[ E=\frac{U}{d} = \frac{50 V}{0.5 m} = 100 \frac{V}{m}\] \end{equation}
Somit wurde zwischen den Platten ein elektrisches Feld von etwa 100 V/m erzeugt.

DSCF0867

Die erforderliche Spannung von 50 Volt (50 Hz) wird über einen einstellbarer Trenntransformator erzeugt (unter der unteren Metallplatte). Auf dem Foto sind die beiden Metallplatten auf Styroporfüßen (zur elektrischen Isolation) gut zu erkennen. Die angelegte Spannung wird mit einem Fluke Voltmeter kontrolliert. Das Voltmeter zeigt eine Spannung von 52,4 Volt. Die erzeugte tatsächliche Feldstärke betrug demnach etwas mehr als 100 V/m: [latexpage]
\begin{equation} \[ E=\frac{U}{d} = \frac{52,4 V}{0.5 m} = 104,8 \frac{V}{m}\] \end{equation}

Die untere Metallplatte dient als Bezugspotential für die Meßgeräte, d. h., daß hier die Meßgeräte mit ihren jeweiligen “Erdverbindungsleitungen” angeschlossen wurden. Diese “Erdverbindung” wird normalerweise mit einer Erdung verbunden, weil im Hausnetz der Neutralleiter ebenfalls mit der Erde eine elektrische Verbindung hat. Sollen nun Felder in unserem Stromnetz gemessen werden, so wird durch die Erdverbindung immer auch eine Verbindung zum Neutralleiter hergestellt. In unserem Versuch ist das ganze System aber erdfrei (potentialfrei)! Somit können wir eine beliebige Platte als Bezug aussuchen. Der Einfachheit halber haben wir die untere Platte gewählt.

Die Sensoren der beteiligten Probanden wurden zwischen den Metallplatten so angebracht, daß alle auf etwa gleicher Höhe messen und sich möglichst wenig gegenseitig beeinflussen. Zwei Geräte konnten wir so positionieren, daß sie ohne menschliche Hilfe auskamen, bei einem Gerät mußte der Sensor per Hand in Position gehalten werden.

Fehlerdiskussion

Elektrische Felder exakt zu messen ist schon eine Kunst und Wissenschaft für sich. Niemand hat die Feldlinien eines elektrischen Feldes jemals gesehen. Per Definition stehen die Feldlinien immer senkrecht auf den leitfähigen Oberflächen. Jedes elektrisch leitfähige Objekt stört und verzerrt das elektrische Feld. Demzufolge ist es schon schwierig, ein “Normfeld” herzustellen. Welche Toleranzen hat nun unser Feld? Das Voltmeter Fluke 183 hat lt. Herstellerangabe und Kalibrierschein eine Genauigkeit von ±0,6% vom angezeigten Wert. Das bedeutet, daß der wahre Spannungswert etnweder bei 52,7 Volt oder 52,1 Volt war. Der Abstand der Platten wurde mit einem Metermaß aus dem Baumarkt ermittelt. Nehmen wir hier eine Genauigkeit von ±1% (bezogen auf 1 m) an; also hat der Plattenabstand irgendeinen Wert zwischen 50,5 cm und 49,5 cm. Berechnen wir nun einmal die Extremwerte des Feldes:[latexpage]
\begin{equation} \[\frac{52,7 V}{0.495 m} = 106,5 \frac{V}{m} \quad und \quad \frac{52,1 V}{0.505 m} = 103,1 \frac{V}{m}\] \end{equation}

Ergebnis

Der einfache Versuch zeigt bei zwei Geräten fast identische Werte, nämlich 113 V/m beim FM 6 von Fauser Elektrotechnik und 107,8 V/m beim DualField 1 von ROM-Elektronik GmbH. Es handelt sich um Geräte im mittleren bis günstigen Preissegment. Das billigste Gerät, das ME3030B von Gigahertz Solutions GmbH zeigt 237 V/m an, also gut den doppleten Wert. Hier sieht man sehr deutlich daß billig nicht unbedingt auch gut bedeutet.

Schlussbemerkungen

Meßgeräte sind ja die Sinne des Anwenders! Sie sollten schon in etwa den Wahren Wert anzeigen um einerseits nichts zu übersehen und zu verharmlosen, aber andererseits bei zu hohen Werten auch keine Panik zu verbreiten. Wenn man sich vorstellt, daß eine Schirmmaßnahme aufgrund gravierend falscher Meßwerte geplant und ausgeführt wird, dann können für den Kunden erhebliche Mehrkosten entstehen, die eigentlich unnötig wären oder gesundheitliche Beschwerden zunehmen, weil man die Ursache unterschätzt oder nicht erkannt hat.
Dies war sicherlich kein Versuch unter Laborbedingungen; das war auch gar nicht die Absicht. Er zeigt aber, daß man sich als Kunde nicht immer auf Werbeaussagen verlassen kann.
Warum das Gerät von Gigahertz Solutions GmbH aber so weit daneben lag kann man nicht sagen. Vielleicht hat sich die Kalibrierung verstellt oder es hat einen Defekt? Wobei wir bei anderen Gelegenheiten ähnliche Ergebnisse beobachten konnten.

Magnetfeld der Erde wandert gravierend

Seit einigen Jahren wandern die magnetischen Pole der Erde. Der nördliche Magnetpol bewegt sich derzeit mit etwa 55 Kilometern pro Jahr von Kanada Richtung Russland und wird um 2050 in Sibirien liegen. Mit den Polen wandern natürlich auch die Kompassnadeln – und zwar so gravierend, dass einige Flughäfen die Beschriftungen ihrer Landebahnen ändern müssen.
Die Landebahnen sind nämlich nach dem relativen Anflugswinkel relativ zum magnetischen Pol benannt – verscheibt sich dieser Winkel, muss auch die Bahn umbenannt werden. Dank der zügigen Wanderung des Magnetpols müssen weltweit die Flughäfen daher ihre Rollbahnbezeichungen ändern. 2010 hatte beispielsweise der Stansted Airport bei London seine Rollbahn-Bezeichnungen dem wandernden Magnetfeld angepasst, nun muss auch der Tampa Airport in Florida 140 Landebahnsignale umschreiben.

Auch Tiere orientieren sich am Magnetfeld

Doch nicht nur Flugzeuge, sondern auch Tiere und vielleicht sogar Menschen
orientieren sich am Magnetfeld der Erde. Von Zugvögeln und Reptilien weiß man
dies schon länger, im letzten Jahr wurde nun auch bei Rindern und Hirschen eine
Ausrichtung nach dem Magnetfeld nachgewiesen.
Erst vor ein paar Tagen wiesen Zoologen der Universität Duisburg-Essen und der
Prager Agraruniversität nun nach, dass auch Füchse sich bei der Jagd nach dem
Erdmagnetfeld ausrichten. Dabei hilft ihnen das Magnetfeld offenbar nicht nur bei
der Orientierung, sondern hilft ihnen auch, die Entfernung zur Beute zu messen.
Die Forscher schlossen, dass die Magnetfeldwahrnehmung bei Säugetieren sehr viel
weiter verbreitet ist als ursprünglich gedacht und dass sie offenbar in ganz
verschiedenen Kontexten benutzt werden kann.

Menschen haben Magnete im Gehirn

Das Erdmagnetfeld könnte auch einen direkten Einfluss auf unser Gehirn haben –
denn dieses enthält Millionen von Magnetit-Kristallen, genauer: Kristalle des
ferromagnetischen Stoffs Magnetit Fe 304, der stark mit dem Erdmagnetfeld in
Wechselwirkung steht. Warum, weiß keiner. In Bakterien dienen diese Kristalle der
Orientierung nach dem Magnetfeld – welche Rolle sie beim Menschen spielen, ist
bisher ein komplettes Rätsel.

Magnetfeld wird schwächer – Umpolung überfällig

Die Wanderung ist nicht die einzige Veränderung, die das Erdmagnetfeld derzeit erfährt, seit 1979 hat es weltweit zudem durchschnittlich an 1.7 Prozent an Intensität verloren, über dem Südatlantik sind es sogar bereits mehr als 10 Prozent. Dieser Intensitätsverlust deutet nach Meinung vieler Wissenschaftler darauf hin, dass eine Umpolung des Feldes in den nächsten 2000 Jahre bevorsteht.
Wann genau, kann niemand sagen. Durchschnittlich polt sich das Feld alle 200’000 Jahre um – das letzte Mal ist nun allerdings schon stolze 780’000 Jahr her und die Umpolung damit längst überfällig. Wie lange genau der Prozess einer Umpolung dauert, ist ebenfalls umstritten. Bisher ging man von einer Dauer von mehreren Tausend Jahren aus, es gibt aber auch immer mehr Erkenntnisse, dass eine Umpolung auch innerhalb weniger Monate erfolgen kann.
Die Auswirkungen für die Menschheit sind bisher nicht abzusehen. Generell geht
man davon aus, dass uns die Atmosphäre der Erde ausreichend gegen kosmische
Strahlung und Magnetstürme schützt. Die modernen Kommunikations- und
Energieversorgungsnetze allerdings würden durch den Prozess stark gefährdet sein.

Elektromagnetische Felder beeinflussen das Lernen

Elektromagnetische Felder, wie sie etwa beim Handytelefonat entstehen, können in verstärkter Form Lernprozesse im Gehirn beeinträchtigen. Das berichten Forscher der Universität Bochum in der Zeitschrift “PLoS ONE” auf Basis von Tierversuchen. Studienautorin Nora Prochnow beruhigt gegenüber dem Newsletter “Pressetext”: “Handys sind aufgrund ihrer geringen Feldstärke unbedenklich. Für Sicherheitsdienste oder Militärs, die teils integrierte Ganzkörperantennen tragen, sollten die Grenzwerte jedoch überprüft werden.”

Hochfrequente elektromagnetische Felder (HEF) werden von Mobil und Hörfunk sowie Fernsehen und Schnurlostelefonie genutzt. Im Körper des Anwenders können sie Wärme erzeugen – und zwar umso mehr, je stärker ihr Feld ist. UMTS-fähige Handys haben schwache
Feldstärken bis maximal 4,8 V/m, wobei sich die thermische Wirkung auf das Hirngewebe mit rund 0,1 Grad in Grenzen hält. Mögliche Folgen einer über 30-minütigen Anwendung auf Funktion und Struktur des Gehirns sind jedoch noch ebenso wenig eindeutig geklärt wie etwa die erhöhte Zellwand-Durchlässigkeit oder beeinträchtigte Lernprozesse.

Letztere gehen nicht nur auf erhöhten Stress bei Experimenten, sondern auch auf nicht-thermische HEF-Wirkungen zurück, konnten die Bochumer Forscher nun zeigen. Sie setzten dazu Ratten verschieden starken nichtthermischen HEFs im UMTS-Frequenzbereich aus und überprüften mittels Elektrophysiologie das neuronale Lernen sowie die synaptische Gedächtnisbildung. “Zwar liefert auch der versuchsbedingte Stress alleine schon Wirkung, der Vergleich mit Kontrolltieren zeigte jedoch, dass dies auch für starke elektromagnetische Felder signifikant gilt. Der Hippocampus ist bei Ratten für elektromagnetische Felder empfindlich – und könnte es auch beim Menschen sein”, so Prochnow.

Felder einer Stärke des SAR-Wertes von zehn Watt/kg beeinflussen das Lernen und die Gedächtnisbildung, während Felder der SAR-Stärke null und zwei Watt/kg keine messbaren
Beeinträchtigungen liefern, so das Ergebnis. Damit ist zumindest die Handy-Alltagsnutzung nicht betroffen. Die Feldstärke bei Smartphones liegt normalerweise im Milliwatt-Bereich und erreicht selbst bei Höchstleistung einer gleichzeitigen WLAN-, Bluetooth- und UMTS-Nutzung bloß Werte von maximal 1,5 Watt.

Quelle: pressetext.at

Abstract der Studie in englisch

WHO: Mobiltelefone „möglicherweise krebserregend“

Die Weltgesundheitsorganisation betrachtet Mobilfunk als „möglicherweise krebserregend“.
Die Industrie ist etwas anderer Meinung …

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat hochfrequente elektromagnetische Feldern, wie sie beim Mobilfunk zum Einsatz kommen, als „möglicherweise krebserregend für den Menschen (Gruppe 2B)“ eingestuft. Ein erhöhtes Risiko bestehe für Gliome (Hirntumore).

31 Wissenschaftler aus 14 Ländern haben im Mai eine Woche lang in einer Arbeitsgruppe die vorhandene wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema ausgewertet. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass die vorliegenden Untersuchungen einen „begrenzten Nachweis“ für Hirntumore (Gliome und Akustikusneurinome) bei Benutzern von Mobiltelefonen lieferten, jedoch „nicht ausreichend“ seien, um Schlussfolgerungen für andere Krebsarten zu ziehen.

Laut Dr. Jonathan Samet, der Leiter der Arbeitsgruppe, bedeutet das Ergebnis, dass ein gewisses Risiko bestehen könne und dass es daher nötig sei, den Zusammenhang zwischen Mobiltelefonen und
Krebsrisiko sorgfältig zu beobachten.

Reaktionen der Industrie

Die CTIA, der Branchenverband der Mobiltelefonhersteller, merkt dazu unter anderem an: „Die IARC führt zahlreiche Untersuchungen durch und hat in der Vergangenheit dieselbe Bewertung beispielsweise an eingelegtes Gemüse und an Kaffee vergeben. Diese IARC-Einstufung bedeutet nicht, dass Handys Krebs verursachen.“

Weiter weist die CTIA darauf hin, dass die Federal Communications Commission der USA zu der
Schlussfolgerung gekommen sei, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gäbe, dass die
Verwendung von Mobiltelefonen zu Krebs führen könne. Darüber hinaus habe die Food and Drug Administration der USA dargelegt, dass die große Mehrzahl der wissenschaftlichen Hinweise Mobiltelefone nicht mit Gesundheitsproblemen gleich welcher Art in Verbindung gebracht hätten.

Quellen:
• International Agency for Research on Cancer
• CTIA

Deutsche leiden an Phantom-Anrufen

Das Smartphone-Zeitalter hat auch Schattenseiten: Immer mehr Menschen nehmen irrtümlich Töne und Vibrationen wahr. Vor allem junge Leute sind davon betroffen, hat der IT-Verband Bitkom herausgefunden.

31 Prozent der Handybesitzer haben manchmal das Gefühl, dass ihr Handy klingelt oder vibriert, obwohl sie weder einen Anruf noch eine SMS erhalten haben. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des IT-Verbandes Bitkom. 18 Millionen Deutschen ab 14 Jahren sind davon betroffen. Etliche Menschen gehen offenbar ihrer Phantasie auf den Leim, wenn sie Anrufe erwarten oder erhoffen.
Vor allem junge Handynutzer berichten von Phantom-Anrufen. In der Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren nimmt fast jeder Zweite (49 Prozent) irrtümlich Signale seines Telefons wahr. Bei den Nutzern ab 65 Jahren ist es dagegen nur jeder fünfte (19 Prozent).
Jeder dritte Handybesitzer (29 Prozent) findet es zudem merkwürdig, wenn er einmal einen Tag lang keine Anrufe und SMS bekommt, oder wenn es deutlich weniger sind als üblich.
Der Bitkom empfiehlt, eine gut erkennbare Melodie als Klingelton zu wählen. Bei der Neuanschaffung eines Handys sollten Kunden auch auf einen kräftigen Vibrationsalarm achten. Dann gibt es seltener Unsicherheiten, ob das Gerät tatsächlich vibriert.

Bildschirme von PC und Notebook stören die Melatonin-Bildung

Zehn Minuten im Licht der Badezimmerlampe reichen aus, um die Produktion des Schlafhormons Melatonin zu stören, wie Studien zeigen. Forscher vermuten, dass Bidlschirmlicht ähnlich wirkt. Wer also gut schlafen will, sollte abends auf die Arbeit am Computer verzichten.

E-Mails schreiben, auf Facebook tratschen oder im Netz einkaufen: Es gibt viele gute Gründe, um abends vor dem Rechner zu sitzen. Doch wer kurz vor dem Schlafengehen auf helle PC- oder Notebook-Displays starrt, schläft wahrscheinlich schlechter. Denn das Licht der Geräte bringt die innere Uhr des Menschen gewaltig aus dem Takt, wie verschiedene Untersuchungen vermuten lassen.
Schon zehn Minuten normaler Badezimmerbeleuchtung reichen aus, um die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin zu stören. Dies zeigen Studien der Arbeitsgemeinschaft (AG) Schlafforschung an der Charité Berlin. Das Hormon regelt den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen und macht ihn bei Einbruch der Dunkelheit müde. Die Ergebnisse der Versuche lassen vermuten, dass helle PC-Bildschirme den natürlichen Rhythmus ebenfalls aus dem Gleichgewicht bringen.
“Auch wenn das noch nicht durch diese Studien bewiesen ist”, schränkt Dieter Kunz ein, der Chefarzt der Abteilung für Schlafmedizin an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus ist und die AG leitet.
Eine britische und eine US-amerikanische Arbeitsgruppe wiesen bereits vor zehn Jahren ein Fotopigment im Auge des Menschen nach. Dieses signalisiert dem Körper, ob es Tag oder Nacht, Sommer oder Winter ist. Es reagiert insbesondere auf blaues Licht. “Das blaue Licht zeigt dem Körper quasi ‘Es ist Tag, sei wach'”, erklärt Charité-Forscher Kunz. Bildschirme haben hauptsächlich einen kalt-weißen Lichtanteil, und die Forscher vermuten, dass das Fotopigment hier in ähnlicher Weise reagieren könnte. Der Mensch werde also immer wacher, je länger er in das helle Licht schaut, und schlafe dann schlechter.
Auch Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum des Universitätsklinikums Regensburg warnt vor Bildschirmarbeit zu später Stunde. Jede Beschäftigung am Abend aktiviere den menschlichen Körper. “Arbeiten und daddeln am Computer ist aber besonders negativ für den Schlaf, weil man so konzentriert und nah am hellen Bildschirm sitzt”, erklärt der Experte. Vor allem Kinder sollten zu fortgeschrittener Uhrzeit besser nicht mehr am Rechner hocken.
Und was, wenn Kinder und Erwachsene nicht auf den Computer, sondern ins TV starren? “Fernsehgeräte haben wahrscheinlich einen geringeren negativen Einfluss”, erklärt Dieter Kunz. Das Gerät stehe weiter weg, und die Lichtquelle ist nicht so grell wie ein PC-Schirm. Das sieht auch Schlafforscher Zulley so. Dennoch rät er abends eher zum Lesen eines Buches. “Wenn ich dazu keine Lust habe, höre ich alternativ leise Musik – Hauptsache Körper und Geist kommen zur Ruhe.” Der Fernsehmarathon am Abend mache hingegen unruhig und wach. Gerade das allabendliche “Runterkommen” fällt vielen Menschen schwer. Jede zweite Frau und jeder vierte Mann in Deutschland schläft schlecht, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Die Umweltreize durch elektronische Geräte sind dafür aber nur eine mögliche Erklärung. Die Betroffenen fühlen sich nach eigenen Angaben vor allem durch beruflichen Stress oder private und gesundheitliche Sorgen um ihre Nachtruhe gebracht.
Fast zwei Drittel würden für mehr Schlaf auf die TV-Berieselung verzichten. Vier von zehn Befragten wollen das Surfen im Internet oder Computerspielen sein lassen. Die guten Vorsätze setzt jedoch kaum jemand in die Tat um, lautet ein Umfrageergebnis.
Wer abends nicht ohne seinen Rechner auskommt, sollte falls möglich den Blauanteil an seinem Bildschirm runterstellen und die Helligkeit etwas dimmen, empfiehlt Schlafforscher Kunz. “Das macht nur keiner, weil man sich bei der Arbeit am PC ja konzentrieren möchte – und dabei hilft das Licht unserem Gehirn.”

Österreich will mit 450-MHz-Frequenzen kleine Orte online bringen

Kleine österreichische Ortschaften sollen durch Funkdienste erstmals leistbare Breitband-Anschlüsse bekommen. Dafür hat die österreichische Telekom-Control-Kommission (TKK[1]) am heutigen Dienstag drei Pakete von Frequenznutzungsrechten im 450-MHz-Band ausgeschrieben[2].
Jeder Netzbetreiber wird bis 1. September 2007 310 Gemeinden aus einer Liste von zirka 1400 Gemeinden mit insgesamt über 10.000 kleinen und kleinsten Siedlungen zu versorgen haben; bis 1. Februar 2009 sollen es 465 Gemeinden sein. In jeder aufgelisteten Siedlung einer Gemeinde müssen Downloads mit mindestens 384 kbit/s und Uploads mit mindestens 128 kbit/s möglich sein. Jedes Paket hat eine Breite von je 1,25 bis 1,60 MHz für Downlink und Uplink. Bis 27. Februar 2006 müssen die bindenden Gebote abgegeben werden, deren Mindesthöhe 100.000 bis 125.000 Euro je Frequenzpaket beträgt. Im März sollen die Zuteilungsbescheide erlassen werden. Die Frequenzen müssen für Breitband-Mobilfunkdienste genutzt werden, zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch Schmalbanddienste erlaubt werden.
Die Behörde schreibt keine bestimmte Technologie vor, wahrscheinlich werden CDMA450 oder Flash-OFDM[3] zum Einsatz kommen. Inhaber von Frequenznutzungsrechten für GSM oder UMTS dürfen an der Auktion teilnehmen, aber jeweils maximal eines der drei Pakete ersteigern.